Der Hummelnistkasten

Hummelnistkasten
Nistkasten1

 

Beim Kauf oder Selbstbau eines Hummelnistkastens fragt man sich „Was muss bei einem Hummelnistkasten alles beachtet werden, damit sich ein Hummelvolk wohlfühlt und zu einer stattlichen Volksgröße heranwachsen kann?“.

Unterirdische Nistkästen werden sehr schnell angenommen. Sie haben aber den Nachteil, dass das Nistmaterial schnell feucht und schimmlig wird. Bei Regen läuft Wasser in die Höhle und vernichtet das Nest. Die Feuchtigkeit kann nicht entweichen.

In Nistkästen aus Holz die über der Erde aufgestellt werden, bildet sich im Sommer sehr schnell Stauwärme. Steigt diese Temperatur im Innenraum über 40 °C kommt das Volk in eine lebensbedrohliche Lage. Die Hummeln versuchen durch Wedeln mit ihren Flügeln Frischluft in den Nistkasten zu transportieren, was durch die geschlossenen Bauweise des Nistkasten jedoch misslingt. Eine Kontrolle des Nestinnenraums ist sehr schwer möglich. Übersteigt die Körpertemperatur der Hummeln 44°C haben sie den tödlichen Grenzwert erreicht. Der Stoffwechsel bricht zusammen und ein fliegen ist nicht mehr möglich.

Nach vielen Versuchen mit verschiedenen Nistkastentypen bin ich zu dem Schluss gekommen, einen Nistkasten zu entwerfen, der die Vorteile beider Bauarten vereint und die negativen Gegebenheiten beseitigt.

Schaut man sich die Brutkästen der Honigbienen an, wird man feststellen, dass die Imker immer öfter Polystyrolkästen verwenden und die alten Holzkästen ausgedient haben.

Diese Kästen haben sehr gute Isolationseigenschaften gegen Kälte und Wärme.

Auf was habe ich nun bei der Konstruktion geachtet:

  • Das Einflugloch wurde auf Erdniveau gelegt, denn im Frühling, wenn die Hummelköniginnen nach Nistmöglichkeiten suchen und langsam fliegen, wird der Eingang eher gefunden und die Selbstansiedlung gefördert.
  • Damit kein Wasser in den Eingang laufen kann, wurde der Eingang mit einer Schräge, ca. 1cm Anstieg nach oben angelegt. Nach dem Eingangsblock führt der Weg über einen 20mm Riffelschlauch in das Nestinnere.
  • Es gibt Hummeln, die gerne etwas tiefer in der Erde ihr Nest bauen und andere die nur einen kurzen Eingang zum Nest benötigen. Aus diesem Grund gibt es den Hummelnistkasten in zwei Ausfertigungen.
    • Einen Nistkasten mit langem Laufgang, ca. 40 cm, der gerne von Erd- und Steinhummeln angenommen wird, da er einem Mausegang nachempfunden ist.
    • Einen Nistkasten mit kurzem Laufgang, ca. 5 cm, für Acker- Wiesen und Baumhummeln, da diese nicht so tief in der Erde ihre Nester bauen.
  • Durch die spezielle Bauart des Hummelnistkastens wird die Temperatur in der kalten und der heißen Jahreszeit von den Hummeln besser reguliert. Im Sommer entsteht durch große Lüftungsgitter keine Stauwärme und im kühlen Frühling schützt eine Fliesmatte auf einem Zwischengitter den Nestraum.
  • Die beidseitigen Lüftungsgitter im oberen Teil wurden mit einem Regendach versehen. Die Lüftungsfensterbänke haben nach außen eine Schräge, damit Wasser abfließen kann. Das Material des Nistkastens (Polystyrol EPS) ist verrottungsfest, wasserdicht und kann somit viele Jahre Verwendung finden. Zur einfachen Kontrolle des Nestinnenraums kann das Oberteil abgehoben werden, so dass der Blick auf die von den Hummeln gebaute Nistkugel freigegeben ist.
  • Im Nistkasten sind Kleintierstreu und Polsterwolle als Nistmaterial vorhanden.
  • Der Wachsmottenschutz:
    Ein wichtiges Bauteil am Hummelnistkasten bildet die Wachsmottenklappe. Nach vielen Versuchen mit verschiedenen Klappenkonstruktionen hat sich die Wachsmottenklappe auf einer Schräge des Eingangsblockes am besten bewährt. Sie verhindert den freien Zugang von Wachsmotten in den Nestinnenraum. Sie ist unter Hummelspezialisten ein anerkannter Schutz und in ihrer Funktion seit 2005 von mir in dieser Form konstruiert und eingesetzt.

Collage mit Massen