Hunderte Pflanzen, weite Wege: Eine Blüte mit Nektar zu finden, ist für Hummeln gar nicht so einfach. Offenbar hilft der Aufenthaltsort von Artgenossen den Insekten bei der Routenplanung - und ihre Fähigkeit logisch zu denken. .....weiterlesen...
Experiment beantwortet Streitfrage: Die natürliche Biegsamkeit der Insektenflügel verleiht den Tieren in der Luft mehr Tragkraft als steife Flügel
More than Honey
Bunte Wiesen locken Hummeln in die Ferne weiterlesen:
Entomologie. - Wenn Hummeln auf Pollensuche sind, können sie mitunter das Zweifache ihres Körpergewichts nicht nur stemmen, sondern auch fliegend nach Hause bringen. Dabei sind die auf das Körpervolumen bezogenen Flügel relativ klein. US-amerikanische Forscher haben nun die Flügel im Detail untersucht und sind dabei auf eine bislang unbekannte anatomische Eigenschaft gestoßen, die die Hummeln zu fliegenden Packeseln macht. zum weiterlesenbitte Link in die Adresszeile kopieren
Wieder einmal hat die Varroa-Milbe Tausende Bienenvölker vernichtet. Dabei gibt es wirksame Behandlungsmethoden. Doch viele Imker wissen nicht, wie man sie anwendet. Von Andreas Fasel
Hummeln schützen sich vor Parasiten, indem sie Kot ihrer Verwandten im selben Nest fressen. Zu diesem Schluss kommen zwei Forscher der ETH Zürich in einer neuen Studie. Mit den Fäkalien scheinen die Tiere gesunde Darmbakterien aufzunehmen.
Darmbakterien sind für viele Tiere wichtig. Jeder Mensch beherbergt zum Beispiel Billionen solcher Mikroben. Sie helfen uns, das Essen aufzunehmen, sie regen die Verdauung an - und sie halten andere Bakterien unter Kontrolle, die Krankheiten verursachen können. Eine ähnliche Rolle scheinen Darmbakterien bei Hummeln zu spielen.
Wie viele andere Insekten vollziehen Hummeln im Lauf ihrer Entwicklung eine vollständige Metamorphose. Die raupenartige Larve verpuppt sich und daraus schlüpft das ausgewachsene flugfähige Tier. Im Lauf dieser Verwandlung werden im Darm alle Bakterien abgetötet und der Verdauungstrakt wird völlig neu gebildet.
Eklig aber gesund
Nach der Verpuppung fressen die Hummeln deshalb bakterien-reichen Kot, den ihre Schwestern im Nest hinterlassen haben. Diese unappetitliche Mahlzeit hält die Hummeln gesund, wie Hauke Koch und Paul Schmid-Hempel von der ETH Zürich in einer im Fachmagazin «PNAS» publizierten Studie zeigen.
Die Forscher zogen Arbeiterinnen der Dunklen Erdhummel (Bombus terrestris) unter zwei verschiedenen Bedingungen auf: Einen Teil der Tiere liessen sie in einer sterilen Umgebung ohne Nestkameraden schlüpfen. Die anderen dagegen bekamen nach der Metamorphose Exkremente anderer Arbeiterinnen aus ihrem Nest und durften sich daran laben.
Danach wurden die Versuchstiere mit Crithidia bombi infiziert, einem äusserst aggressiven und häufigen Darmparasiten von Hummeln, der jenen Parasiten ähnelt, die beim Menschen die Schlaf- und die Chagas-Krankheit verursachen. Mit Chrithidia bombi infizierte Hummelköniginnen bringen zum Beispiel viel weniger Junge zur Welt.
Viel weniger Parasiten
Eine Woche nach der Infektion zeigte sich, dass Hummeln, die Kot gefressen hatten, sechsmal weniger Parasiten in sich trugen als ihre Artgenossinnen aus der sterilen Umgebung. Die Forscher bestätigten diese Resultate, indem sie den Verdauungstrakt von freilebenden Hummeln untersuchten.
Sie fanden dabei, dass eine ganz bestimmte Gruppe von Darmbakterien - so genannte Betaproteobakterien - besonders wichtig zu sein scheinen für die Parasitenbekämpfung. Hummeln mit vielen solchen Darmbakterien litten demnach kaum unter Infektionen mit Crithidia bombi.
Frühere Studien haben gezeigt, dass bestimmte Darmbakterien nur bei gesellig lebenden Hummeln vorkommen, nicht aber bei solitären Arten. Das Weitergeben einer solchen nützlichen Darmflora könnte also ein wichtiger Vorteil der sozialen Lebensweise sein, folgern die Forscher.
Hummeln ernähren sich von Nektar und Pollen von Blütenpflanzen. Nektar ist eine Lösung von Rohrzucker oder Rübenzucker (Saccharose) also Haushaltszucker mit Konzentrationen zwischen
25 und 85 %. Die Hummeln nehmen ihn mit ihrem Rüssel auf. In den Speicheldrüsen sind die Enzyme Amylase und Invertase enthalten. Amylase spaltet Stärke und Invertase Rohrzucker in Traubenzucker und Fruchtzucker.
Pollen besteht v.a. aus Protein. Den Pollen transportieren sie in ihren Körbchen der Hinterbeine.
Aktuelles aus der Hummelwelt
Wachsmotten
5- 8 Tage nach der Ablage der Eier schlüpfen die Raupen, die nach ca. 3 Wochen ihre volle Größe erreicht haben. Innerhalb von 2 Tagen spinnen sie sich in einen Kokon ein und verpuppen sich. Nun ruht die Puppe ca. 12 Tage. Gleich nach dem Schlupf aus der Puppe beginnen sich die Motten zu verpaaren. Nach nur 4- 5 Tagen werden dann die ersten Eier gelegt.
Pro Gelege kann ein Wachsmottenweibchen die ungeheuere Menge von bis zu 150 Eiern ablegen, durchschnittlich aber 40- 60 Stück. Bis zu ihrem Lebensende kann eine Wachsmotte an die 800 Eier produzieren.
Bei einer Temperatur von 27- 28 °C folgt alle 6- 7 ½ Wochen eine neue Generation.
Hummelzuchtund ihre Gefahren
Der Bedarf an fleißigen Helfern in der Bestäubung von Nutzpflanzen wird immer größer. Für diesen Zweck werden Millionen von Völkern in den Niederlanden, Belgien und Deutschland gezüchtet. Die Schattenseiten dieser Art von Hummelzucht macht sich immer mehr bemerkbar.
Wie bei fast jeder Massentierhaltung finden Krankheitserreger ideale Bedingungen. Darmparasiten und Pilzerkrankungen können sich schnell vermehren. Antibiotika muss der Nahrung beigemischt werden, damit die Völker nicht zugrunde gehen.
Die Gefahr das Hummelvölker aus Zuchtanlagen Krankheiten auf frei lebende Hummelvölker übertragen ist nicht von der Hand zu weisen.
Hummeln sind unter den Land- und Gemüsewirten beliebte Bestäuber, denn sie nehmen ihnen sehr effizient mühselige Arbeit ab. Sie können in Gewächshäusern sehr wirksam eingesetzt werden.
Wild lebenden Hummeln eine Nistmöglichkeit zu bieten, ist wohl eher etwas für Hummelfreunde und nicht für Landwirte, da diese Methode für sie zu aufwendig ist. Die Hummelhaltung von Naturschützern ist mit der Massenproduktion einer bestimmten Hummelart nicht zu vergleichen.
In seinem Garten kann jeder Hummelfreund ein Nistkasten aufstellen und das Leben der Hummeln beobachten. Denn nur was man kennt kann man schützen. Für Kinder, Schulen, Umweltvereine und Umweltbildungseinrichtungen ist das Leben dieser Staaten bildenden Insekten besonders interessant.